B1, B2 oder mehr? Wie gut sprechen die Azubis Deutsch bei Ankunft?

Vietnamesische Auszubildende lernt Deutsch

Die größte Sorge von Geschäftsführern und Meistern, wenn es um internationale Fachkräfte geht, lautet fast immer: "Ist die Sprachbarriere nicht zu hoch? Wenn es im Restaurant stressig wird oder in der Pflege schnell gehen muss, müssen mich meine Leute sofort verstehen."

Das ist eine absolut berechtigte Sorge. Deshalb setzen wir bei NTH Agency den größten Fokus auf die sprachliche Vorbereitung. Hier erklären wir, was die offiziellen Zertifikate (B1/B2) im Arbeitsalltag wirklich bedeuten und wie wir die Lücke zwischen "Schul-Deutsch" und "Betriebs-Deutsch" schließen.

Was bedeutet das B1-Zertifikat in der Realität?

Jeder Azubi aus Vietnam muss zwingend ein B1-Zertifikat (gemäß dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen) vorlegen, um das Visum zu erhalten. Meist wird dies beim Goethe-Institut oder bei Telc absolviert. Bis ein Schüler dieses Niveau erreicht, lernt er in Vietnam ca. 6 bis 9 Monate lang intensiv – jeden Tag.

Mit B1 kann man:

  • Die Hauptpunkte verstehen, wenn klare Standardsprache verwendet wird.
  • Sich einfach und zusammenhängend über vertraute Themen äußern.
  • Alltägliche Situationen (Einkaufen, Arztbesuch) problemlos bewältigen.

Was B1 nicht bedeutet: Der Azubi spricht nicht perfekt fließend und er versteht keinen starken bayerischen, schwäbischen oder sächsischen Dialekt. Auch spezielles Fachvokabular (wie Werkzeugnamen oder medizinische Fachbegriffe) ist in einem normalen B1-Kurs kaum enthalten.

"Wir lehren nicht nur Goethe-Deutsch, wir lehren Praxis-Deutsch. Ein Azubi muss in der Küche wissen, was eine Kelle ist, nicht wie man ein Gedicht interpretiert."

Der NTH-Vorteil: Fachspezifisches Sprachtraining

Da wir die Sprachschulen in Vietnam eng betreuen, gehen wir einen Schritt weiter als die Standard-Lehrpläne. Sobald ein Azubi seinem künftigen Ausbildungsbetrieb zugeordnet wurde (z.B. in der Hotellerie oder Altenpflege), erhält er gezieltes Vokabeltraining für diese Branche.

Zudem üben wir in Rollenspielen typische Arbeitsplatz-Situationen: Das Annehmen von Anweisungen, das höfliche Nachfragen, wenn etwas nicht verstanden wurde, oder den Smalltalk mit Kollegen.

Während der Ausbildung: Der Weg zum B2-Niveau

Die Sprachförderung endet nicht mit dem Abflug. Für Berufe in der Pflege ist das B2-Niveau bis zum Examen oft zwingend erforderlich. Aber auch im Handwerk und in der Gastro ist B2 das Ziel für eine fließende, selbstständige Arbeitsweise.

Wir empfehlen und organisieren für unsere Kandidaten berufsbegleitende Sprachkurse in Deutschland (oft staatlich gefördert durch das BAMF oder das DeuFöV-Programm). Der größte Lehrer ist jedoch der Betriebsalltag selbst. Innerhalb der ersten 3 bis 6 Monate im Betrieb erleben die meisten Azubis eine regelrechte Sprachexplosion, da sie täglich gezwungen sind, Deutsch zu sprechen.

3 Tipps für deutsche Betriebe in den ersten Wochen

  1. Hochdeutsch sprechen: Vermeiden Sie in den ersten Wochen starken Dialekt und extrem schnelles Sprechtempo.
  2. Nachfragen einfordern: In Asien gilt ständiges Nachfragen oft als Zeichen von Respektlosigkeit oder Dummheit. Sagen Sie Ihrem Azubi klar: "Bitte frage sofort nach, wenn du ein Wort nicht verstehst. Das ist bei uns normal!"
  3. Aufschreiben hilft: Bei komplexen Anweisungen oder Einkaufslisten hilft es enorm, die Dinge kurz auf einen Zettel zu schreiben. Lesen können die B1-Schüler meist schon exzellent.
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